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Wie eine Wolfsbegegnung mein Leben veränderte

15. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Sept.

Im Dezember 2024 war ich in meiner neuen Heimat Kirchwald in den wunderschönen, weiten Wäldern rund um den Ort laufen. Mit der Perspektive, die ich aus der Stadt mitgebracht hatte: möglichst laute Musik auf den Ohren und der ständige Versuch, meine Zeiten bei den damals noch recht neuen Trailruns zu verbessern.


Dann ließ eine Spur im Schnee meinen Atem stocken.


Ein riesiges Trittsiegel. Hundeartig, aber viel zu groß und zu länglich für einen Hund. Ich wurde langsamer und bemerkte, dass die Spur genau meinem Weg folgte. Die Musik war immer noch laut. Im Nachhinein betrachtet ziemlich doof.


Nach einer Kurve hob ich plötzlich den Kopf. Vor mir öffnete sich eine Wiese, und dort stand ein großes Tier. Seine Größe und meine bisherigen Erfahrungen ließen mich für eine Millisekunde denken, es sei ein Reh. Ganz nach dem Motto: "Wenn du Hufen in der Stadt hörst, denkst du nicht zwingend an ein Zebra"... Aka: Wenn du ein großes grau-rötliches Tier siehst, denkst du zunächst, an die zig Rehe, die dir dauerhaft über den Weg laufen...

Doch als ich genauer hinsah, stockte mir erneut der Atem.


Direkt vor mir stand ein Wolf.


Ich blieb stehen und nahm ungläubig die Kopfhörer ab. Nach wenigen Sekunden entfernte

er sich einige Hundert Meter bis ans andere Ende der Wiese. Ich rührte mich kein bisschen. Er ebenfalls nicht.

Wir blickten uns an und versuchten offenbar beide, den anderen einzuschätzen.


Ein paar weitere Sekunden vergingen, die sich anfühlten, als würde die Zeit stillstehen.

Dann verschwand er in einem anderen Teil des Waldes, und ich setzte meinen Lauf fort.

Viel schneller als zuvor, voller Adrenalin und mit der Frage im Kopf, ob das gerade wirklich passiert war.


Diese Begegnung stellte mein Leben auf den Kopf.


Sie machte mir keine Angst, aber sie öffnete mir die Augen. Statt beim Laufen nur auf meine Zeiten zu achten, begann ich auf die Geräusche um mich herum zu hören. Auf Vögel. Auf Tiere. Auf Spuren im Boden, ob von Wildschweinen, Rehen oder anderen Waldbewohnern.


Es fühlte sich an wie eine regelrechte Wahrnehmungsexplosion. Plötzlich waren überall Zeichen, die mir verrieten, welche Tiere in unseren Wäldern lebten. Dinge, die schon immer da gewesen waren, die ich aber nie wirklich gesehen hatte.

Die Natur hatte ich schon immer geliebt. Doch von diesem Moment an wuchs meine Faszination ins Unermessliche.



Also meldete ich mich für eine einjährige Ausbildung zur Wildnispädagogin an. Ich wollte alles aufsaugen, was es über die Natur zu lernen gab.

Dort begegnete mir auch das aus den Traditionen indigener Völker Nordamerikas inspirierte Coyote Teaching. Dabei lernte ich die Figur des Coyoten kennen: den Trickster, der dir Streiche spielt, dich auf Umwege schickt und dich dadurch Dinge entdecken lässt, die du sonst niemals wahrgenommen hättest.


Bei uns leben keine Coyoten. Doch der Wolf hatte auf mich eine ganz ähnliche Wirkung.

Monate später schloss ich meine Ausbildung erfolgreich ab und fragte mich, wie es nun weitergehen sollte. Den Wolf hatte ich übrigens nie wieder gesehen.


Doch eines Tages entdeckte ich etwas, das mich fast noch mehr überraschte.

Im Matsch vor mir lag eine riesige Luchsspur. Ein Sechser im Lotto, denn Luchse sind nicht nur selten, sondern wahre Geister des Waldes: geheimnisvoll, leise und meist unsichtbar. Die Spur war so deutlich, dass sie sogar einen Gipsabdruck ermöglichte. Ein beeindruckendes Zeichen für die stattliche Größe des Tieres.



Von diesem Moment an verdoppelte sich meine Neugier auf die Tierwelt unserer Region.

Ich erkannte, dass die Natur mich immer wieder aufs Neue überraschen kann. Und noch mehr: Ich erkannte, dass ich diese Begeisterung mit anderen Menschen teilen möchte.


So entstand die Idee zur Wildnisschule LUX. Der Name ist inspiriert vom Luchs und zugleich von Lux, dem lateinischen Wort für Licht.


Für mich steht er sinnbildlich für die Art und Weise, wie Wachstum entsteht.

Oft sind es gerade das Unbekannte, das Geheimnisvolle, Herausforderungen oder innere Prozesse, die uns helfen, unser eigenes Licht zu entdecken.

Unsere Stärke. Unsere Resilienz. Unseren Weg.


Möchtest du gemeinsam mit uns auf Abenteuer gehen, die Natur entdecken und dabei vielleicht auch etwas mehr über dich selbst erfahren?


Dann freuen wir uns auf dich. Unsere ersten Kurse starten bereits im November 2026.

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